Essen und Trinken

 

Die ägyptische Küche ist im Gegensatz zur erlesenen libanesisch-arabischen Küche bodenständg, aber dennoch kreativ und einfallreich.

In den Hotels werden leider nur selten ägyptische Gerichte angeboten. Meist beschränkt sich das Angebot auf einen arabischen Themenabend im Hotelrestaurant pro Woche oder es gibt ein arabisches Spezialitätenrestaurant. Dass man aber bei den Buffets typisch ägyptische Gerichte findet, ist eher die Ausnahme. Um kulinarisch Ägypten zu erleben, sollten Sie daher unbedingt aus dem Hotel raus und in ein Restaurant gehen oder sich etwas in einer der überall zu findenden kleinen Imbisse kaufen.

 

Echt ägyptisch Essen bedeutet, dass man nicht wie in Deutschland gewohnt - einen Teller mit Essen vor sich stehen hat, stattdessen wird alles in größeren und kleineren Tellern und Schälchen serviert.

Man nimmt dann i.d.R. ein Stück Fladenbrot und "schaufelt" sich damit das Essen von den Schälchen direkt in den Mund bzw. nimmt mit einem Löffel direkt vom Teller oder - ja nach Art des Essens - greift mit der rechten Hand (die linke Hand gilt als unrein) zu. Alle essen von diesen Tellern, keiner hat sein "eigenes" Gedeck.

In ägyptischen Familien wird beim Essen oft auf dem Boden gesessen.

Dabei werden die verschiedenen Speisen in einzelnen Tellern auf einem großen Tablett mit kurzen Beinen auf den Boden gestellt und die Familie sitzt im Kreis außen rum. Damit man nicht quer über das ganze Tablett langen muss, um zu einer Speise auf der „anderen“ Seite des Tabletts zu gelangen, wird oft in der Mitte eine große Schale Reis gestellt und außen rum in kleinen Tellern der Rest mindestens je 2x serviert, so dass jeder alle Speisen in Reichweite hat.

 

 

 

Typisch ägyptische Gerichte, die man unbedingt probieren sollte:

 

Fladenbrot:

Fladenbrot ist DAS Grundnahrungsmittel und wird deshalb staatlich subventioniert für die Armen günstig angeboten. An den Ausgabestellen bilden sich oft lange Schlangen.
Auf Hocharabisch heisst Brot eigentlich "Chobs", aber in Ägypten heisst es "Esch", was wortwörtlich "Leben" bedeutet.

 

Foul:

Bei Foul handelt es sich um einen Bohnenbrei, gewürzt mit Knoblauch, Salz, Pfeffer und Tomatenstücken.

Zugegebenermaßen schaut die fertige Masse nicht gerade appetitlich aus, sie schmeckt aber sehr intensiv und ist extrem sättigend.

 

Foul ist ein typisches Frühstücksgericht in Ägypten, das mit Fladenbrot aus der Schüssel gegessen wird. Man kann es auch als Sandwich kaufen, dann erhält man eine Fladenbrothälfte gefüllt mit Foul, nach Wunsch zudem Stückchen gekochten Eies darin.

 

In einigen Hotels finden Sie Foul am Frühstücksbuffet. Trauen Sie sich und nehmen Sie ein Schüsselchen davon, gern können Sie mit Salz, Pfeffer oder Zitrone nachwürzen.

 

Tameia:

Tameia sind auch als Falafel bekannt. Sie werden aus einem Teig bestehend aus Bohnen, Zwiebeln und Gewürzen in Fett frittiert und anschließend pur oder in einem Fladenbrot mit Salat und Tahinasoße gegessen.

 

Tameia sind für wenige Pfund an den unzähligen kleinen Imbissen erhältlich. Tameia sind bei Hotelbuffets oft beim Frühstück zu finden und unbedingt ein Versuch wert.

 

Koshary: 

ist eine Mischung aus Reis, Linsen, Kichererbsen und Nudeln, serviert mit Tomatensoße – angereichert mit viel Knoblauch – und gebräunten Zwiebeln.

Je nach Geschmack gibt man noch Essig und/oder scharfe Tomatensoße dazu. Die Mischung der Zutaten klingt gewöhnungsbedürftig, ist aber äußerst schmackhaft und sehr sättigend aufgrund der vielen Kohlehydrate. 

 

Molokhia:

An keinem anderen ägyptischen Gericht scheiden sich die Geister so sehr wie an Molokhia. Manche lieben sie, andere finden sie , besonders aufgrund der schleimigen Konsistenz eklig. Die Pflanze heisst auf Deutsch "Langkapselige Jute". Die Blätter werden fein gehackt und dann mit heisser (Fleisch-)Brühe übergossen . Dazu kommt noch gebratener Knoblauch und zerstossene Koriandersamen. 
In Hotels wird sie oft am ägyptischen Abend als Suppe angeboten, dabei essen Ägypter sie normalerweise wie Gemüse mit Reis, oder sie tunken Fladenbrot in Molokhia, wobei sie dann Fäden zieht.

 

Kebda: 

Wer Kebda ordert, bekommt kleingeschnittene gebratene Rinderleber, meist serviert mit Pommes und Fladenbrot. Das Fleisch wird in eine spezielle Marinade eingelegt, die den typischen Geschmack ergeben. Kebda schmeckt auch sehr gut zu Koshary oder einfach nur Makkaroni. Eine Portion Kebda mit Brot und Salat kostet in einem ägyptischen Imbiss nur ca. 4 LE.

 

Kofta : 

Am Spieß gegrilte Hackfleischröllchen aus Rind- oder Hammelfleisch.

 

Tahina: 

Tahina ist DIE ägyptische Soße schlechthin. Sie wird mit Sesampaste, Knoblauch und weiteren Gewürzen angerührt und passt hervorragend als Salatsoße oder Dip z.B. für Tame3a. Tahina finden Sie in den Hotels oft als Salatsoßenvariante. Sie hat eine gelb-beige Farbe und ist leicht dickflüssig und kann über alle Salate gegeben werden, passt aber auch zu Fisch- oder Fleischgerichten. Zusammen mit Auberginen ergibt Tahina Baba Ghanoub, eine leckere Variante der Soße.

 

Shorba Ads: Leckere Linsensuppe aus roten Linsen, die mit Röstzwiebeln serviert wird.

 

Hurghada am Roten Meer verfügt natürlich auch über eine große Auswahl an Fischspezialitäten und daher auch über eine große Auswahl an entsprechenden Fischrestaurants.

Direkt in der Sheraton Road Nähe Mc Donald´s finden Sie das Fish House, laufen Sie weiter Richtung Sekalla Square (arab. Midan Sekalla) finden Sie links das Restaurant Star Fish, direkt am Sekalla Square El Joker.

 

In der Marina und natürlich auch in Nebenstraßen der Sheraton Road sind noch weitere Restaurants mit frischen Fischgerichten.

 

So wie es typisch ägyptische Gerichte gibt, kann man auch ein Gewürz als DAS Gewürz für den typischen Geschmack bezeichnen: Camun.

 

Dabei handelt es sich um gemahlenen Kreuzkümmel in gelblich-grüner Farbe. Etwas Camun zu einem Gericht zugeben, und schon hat man den typischen ägyptisch-arabischen Geschmack.

 

 

Weitere typische Gewürze sind Coriander, Chili und Knoblauch.

 

Die arabische und mithin auch die ägyptische Küche sind bekannt für ihren Nachtisch und Süßigkeiten. In den Hotels werden Sie eine große Auswahl an süßen Speisen für den Nachtisch finden. Kunstvoll dekorierte Kuchen, kleine Gebäckteilchen oder Pudding – die Auswahl ist enorm.

Ein bekanntes Gericht ist Umm Ali. Dies ist eine Art Pudding mit Blätterteig, Rosinen und Sahne. Er wird heiß serviert und ist sehr süß, aber unbedingt einen Versuch wert. In den Hotels findet sich neben Kuchen und Gebäck oft Umm Ali am Nachspeisenbuffet. Generell gilt, dass nahezu alle Gebäckteilchen, Kuchen usw. sehr stark gesüßt sind oder oft auch mit Zuckersirup übergossen sind. Klebrige Finger sind nach dem Essen also gewiss.

 

Ägypter lieben es verschiedene Kerne, wie Kürbis-, Wassermelonen- oder Sonnenblumenkerne zu knabbern.

 

Sie werden alle "Lip" genannt und werden in speziellen Läden verkauft.

 

Bei den winzigen Melonenkernen erfordert es einiges an Geschicklichkeit sie im Mund zu knacken und den Kern von der Schale zu trennen, ohne die Hände zur Hilfe zu nehmen.

 

Auch in Sachen Getränke hat Ägypten Neues für Ihre Geschmacksnerven zu bieten:

 

 

 

Leitungswasser wird zum Trinken nicht empfohlen. Mineralwasser ist in Plastikflaschen überall preisgünstig erhältlich. Überprüfen Sie beim Kauf, dass der Originalverschluss intakt ist.

 

Früher oder später wird Ihnen in einem Geschäft oder bei der Ankunft im Hotel o.ä. mit Sicherheit ein Tee angeboten. Sie erhalten dann entweder Karkadeh (Malvenblütentee) oder schwarzen Tee. 

 

Ägypter lieben schwarzen Tee, sie können es übrigens überhaupt nicht verstehen, wenn man seinen Tee ohne Zucker trinkt – hier sind 3 Teelöffel je Tasse Normalfall. Lesen Sie in einer Karte „Shay Masri“ (Ägyptischer Tee) oder bestellen Sie einfach nur „Shay“ (Tee), dann erhalten Sie Schwarztee – entweder im Beutel oder mit Teesatz direkt im Teeglas. Dieser Tee ist ohne Zucker sehr bitter. Eine leckere Kaffeealternative für den Morgen ist es, wenn man in den Tee etwas Milch gibt.

 

Weitere beliebte Teesorten sind Shay bil Nana (schwarzer Tee mit frischer Pfefferminze) und Yansoon (Fencheltee).

 

Ein weiteres typisches Heißgetränk ist Qahwa („Ahwa“ – Kaffee).

Dabei handelt es sich um türkischen Kaffee mit Kardamon. Korrekt serviert wird der Kellner direkt an Ihrem Platz den Kaffee aus einem kleinen Blechkännchen in ein kleines Glas geben – inklusive Kaffeesatz! Die meist bestellte Variante ist „ahwa masbut“, das bedeutet, dass Zucker im Mittelmaß beigefügt ist. Schmeckt Ihnen der Kaffee, so können Sie diesen in kleinen Päckchen in allen Supermärkten für den Heimgebrauch kaufen.

                                             

Karkadeh wird mit getrockneten Malvenblüten gemacht.

 

Klassischerweise erhalten Sie ein Teeglas (oder eine gläserne Tasse, nie eine Tasse aus Porzellan o.ä.), in dem direkt die Blüten mit heißem Wasser übergossen wurden und während des Verzehrs im Wasser bleiben. Der Tee schmeckt mit und ohne Zucker gut.

 

Getrocknete Malvenblüten können Sie überall kaufen, so dass Sie diesen Tee auch zu Hause genießen können. 1 Liter Tee auf Vorrat gekocht und dann kaltgestellt ergibt eine erfrischende Köstlichkeit an heißen Tagen.

 

Unbedingt ausprobieren sollten Sie einen frischgepressten Saft.

Je nach Saison sind in Cafes, Restaurants und Saftbars z.B. Orangensaft, Guavensaft, Mangosaft und Erdbeersaft erhältlich. Für Deutsche meist unbekannt ist der Guavensaft. Die Guave ist eine birnen-/apfelähnliche Frucht, grün-gelblich, mit kleinen harten Kernen. 

 

Unbedingt genießen sollte man frischgepressten Mangosaft – nicht zu vergleichen mit dem, den man in Deutschland in Tetrapaks im Supermarkt kaufen kann.

 

Gewöhnungsbedürftig für deutsche Geschmacksnerven ist Aisir Asab – Zuckerrohrsaft. Das grünliche Getränk ist jedoch gekühlt sehr erfrischend, wenn man den süßsäuerlichen Geschmack als angenehm empfindet.

 

Ein äußerst erfrischendes Getränk an heißen Tagen ist Asir Laimun. Dies ist gesüßter Zitronensaft mit Milch.

 

Da Ägypten ein islamisches Land ist, ist der Verzehr von Alkohol für Muslime nicht gestattet, daher findet man auch nur schwer Geschäfte, wo man alkoholische Getränke kaufen kann. In Restaurants und Hotels dagegen werden oft Bier, Wein und Spirituosen angeboten. Nichtsdestotrotz werden in Ägypten drei verschiedene Biere gebraucht: Stella, Sakara, Luxor. Es ähnelt dem deutschen Bier im Geschmack, kann jedoch mangels deutschen Reinheitsgebots Zusatzstoffe enthalten. Gemischt mit Sprite ergibt es aber z.B. Radler wie man es von Deutschland aus kennt. Als Importbier wird meist Heineken angeboten. Bier in Dosen kann man normalerweise in den Kneipen und Restaurants kaufen, die es auch auf der Speisekarte haben. In der Sheraton Road sind so z.B. die Kneipen Spices und Joker (El Pasha Street) sowie das Golf Hotel eine Anlaufstelle, oder aber Sie fragen einfach direkt in einer Kneipe nach.

 

In Restaurants und Hotels sind auch einheimische Weine verfügbar und durchaus einen Versuch wert.

 

Nicht empfehlenswert ist der Kauf anderer Spirituosen. Werden Ihnen irgendwo Schnaps, Wodka o.ä. angeboten – lassen Sie lieber die Finger davon. Denn es kann sich dabei um gepanschten Methylalkohol handeln, dessen Verzehr zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden führen kann. Möchten Sie Whiskey o.ä. für den Eigengebrauch erwerben, dann gehen Sie innerhalbe von 48 Std. nach Einreise in einen der Duty Free-Shops, dort können Sie bis zu 3 Liter Alkohol bei Vorlage des Passes mit Einreisevisum erwerben. Sind in einem Restaurant oder Kneipe Whiskey & co. auf der Karte angeboten, dann ist deren Genuss natürlich dort bedenkenlos möglich.

Als alkoholfreie Alternative zu Bier sind zwei Malzgetränke verfügbar: Birell (das dem alkoholfreiem Bier geschmacklich extrem ähnelt) und Fairouz, welches in den Geschmacksrichtungen Ananas, Pfirsich und Apfel erhältlich ist. Kaltes Fairouz ist eine weniger süße Alternative zu den üblichen Softdrinks wie Cola und Limo und sollte unbedingt probiert werden.

 

Unser Tipp: Nehmen Sie ein Stück Urlaub mit nach Hause und kaufen Sie ein paar typische Zutaten in Hurghada, um dann ein ägyptisches Menu zu Hause nachzukochen.